Einleitung

Die aus dem Zugversuch gewonnene Bruchdehnung und Brucheinschnürung lässt zwar eine Abschätzung über die Zähigkeit eines Werkstoffes zu, diese gilt jedoch nur bei einer (quasi-)statischen Belastung des Werkstoffes und nur bei Raumtemperatur. In vielen Fällen sind Bauteile jedoch auch einer stoßartigen Belastung unterworfen und dies nicht immer bei Raumtemperatur. Dies gilt bspw. für Stoßdämpfer sowie deren Aufhängungen.

Diese Bauteile müssen schlagartigen Belastungen sowohl im Sommer bei hohen Temperaturen als auch im Winter bei extrem kühlen Temperaturen standhalten. Die idealen Randbedingungen des Zugversuchs werden dieser Realität nicht gerecht. Bauteile die im Zugversuch ein gutes Zähigkeitsverhalten aufweisen, verspröden bei tiefen Temperaturen und führen zu vorzeitigem Materialversagen. Aus diesem Grund nutzt man den sogenannten Kerbschlagbiegeversuch, um die Zähigkeit eines Werkstoffes bei einer stoßartigen Belastung in Abhängigkeit der Temperatur zu prüfen.