Winderhitzer

Wie für jede Verbrennung ist auch für die Verbrennung des Kokses im Hochofen Sauerstoff notwendig. Diese wird in Form von Luft über sogenannte Windformen, die an der Rast angebracht sind, in den Hochofen eingeblasen. Um eine Abkühlung des Hochofengutes durch die eingeblasene Luft zu verringern wird die Luft zuvor auf über 1000 °C aufgeheizt bevor diese in den Hochofen gelangt. Die eingeblasene Heißluft wird als Heißwind bezeichnet. Die Erzeugung des Heißwindes geschieht in Winderhitzern, die nach ihrem Erfinder auch als Cowper bezeichnet werden. Über eine Heißwind-Ringleitung wird die erhitzte Luft den Windformen zugeführt.

Winderhitzer, Cowper

Abbildung: Winderhitzer

Die Winderhitzeranlage besteht im Prinzip aus mehreren gemauerten Türmen. Das innere Mauerwerk dieser Türme wird abwechselnd erhitzt. Dabei kommt unter anderem auch das heiße aber heizwertarme Gichtgas zum Einsatz, welches aus diesem Grund zunächst mit anderen Brenngasen (z.B. Erdgas) gemischt wird. Dieses Gemisch wird dann innerhalb der Türme verbrannt (begasen genannt). Das großflächig ausgelegte Mauerwerk heizt sich dementsprechend stark auf. Sind die gewünschten Temperaturen von über 1000 °C erreicht, so wird der Verbrennungsvorgang unterbrochen und sauerstoffreiche Umgebungsluft über das aufgeheiztes Mauerwerk geleitet. Die Luft heizt sich hierdurch auf und kann dann als Heißwind dem Hochofen zugeführt werden. Um einen kontinuierlichen Betrieb des Hochofens zu ermöglichen müssen mindestens zwei Winderhitzertürme immer abwechselnd auf "Heizen" bzw. auf "Blasen" geschaltet werden.