Stückigmachen

Die fein vermahlenen Erze können nach der Aufbereitung in Flotationszellen oder Magnetabscheidern nicht direkt dem Hochofen zugeführt werden, da diese aufgrund der enormen Verdichtung durch die Beschickungssäule die Gasdurchströmung im Hochofen behindern würden. Die Fein- und Feinsterze müssen deshalb stückig gemacht werden, damit in der Beschickungssäule genügend Hohlräume für eine gute Gasdurchströmung vorhanden sind. Das Stückigmachen erfolgt durch Sintern und Pelletieren.

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Abbildung: Aufbereitete Eisenerze (Sinter und Pellets) 

Beim Sintern werden die Feinerze zunächt mit Zuschläge und feinem Koks versetzt. Dieses Gemisch gelangt dann durch einen Trichter auf einen umlaufenden Wanderrost. Zündflammen setzen den beigemischten Koks dann in Brand. Aufgrund der hohen Temperaturen "backen" die Erze zu einem Sinterkuchen zusammen (sintern genannt). Luftabzüge sorgen für eine Sogwirkung ("Kamineffekt") sodass der Sinterkuchen auch tatsächlich über den gesamten Querschnitt zusammenbackt. Im Anschluss wird der poröse Sinterkuchen durch rotierende Schneiden auf Korngrößen von ca. 15 mm gebrochen. Solche Sinteranalgen stehen meist direkt im Hüttenwerk.

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Abbildung: Sinteranlage

Beim Pelletieren werden die Feinsterze zusammen mit Wasser, Bindemittel und Zuschlagsstoffen in rotierenden Trommeln zu Grünpellets gerollt. Es entstehen Kügelchen mit Korngrößen von ca. 15 mm, die anschließend zu einer porösen Masse gebrannt werden. Pellets werden hauptsächlich von den Erzlieferanten hergestellt und dann an die Hüttenwerke geliefert.

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Abbildung: Pelletieranlage

Die wesentlichen Vorteile des Sinterns bzw. des Pelletierens sind:

  • erhöhte Kontrollierbarkeit der Zusammensetzung
  • beschleunigte chemische Reaktion im Hochofen aufgrund der Porosität (Gasdurchströmung)