Flachriemen

Die einfachste Riemenart ist der Flachriemen. Er besitzt einen rechteckigen Querschnitt und wurde in den Anfangszeiten häufig aus Leder gefertigt. Heutzutage werden jedoch hochfeste Kunststoffe wie bspw. Polyamid oder Aramid verwendet. Diese werden zu sogenannten Cordfäden verarbeitet und bilden die kraftübertragende Zugschicht. Eingebettet sind die Zugfäden zwischen der Lauf- und der Deckschicht. Die Laufschicht entspricht jener Seite mit der der Riemen im Betrieb über die Riemenscheiben läuft. Diese Schicht ist mit speziellem Gummi überzogen, um die Reibfähigkeit bzw. Verschleißfestigkeit zu erhöhen. Die Deckschicht auf der gegenüberliegenden Seite hat lediglich eine schützende Funktion.

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Abbildung: Aufbau eines Flachriemens

Flachriemen können aufgrund ihrer Bauform prinzipiell auf beiden Seiten um die Riemenscheiben laufen. In diesem Fall sind dann beide Seiten des Riemens als Laufschicht ausgeführt. Auf diese Weise lässt sicht der Riemen für Mehrfachantriebe und für gekreuzte Riementriebe verwenden.

Der Flachriemen erlaubt sehr hohe Umlaufgeschwindigkeiten mit denen große Drehmomente und damit große Leistungen übertragen werden können. Damit dabei der Flachriemen nicht von der Riemenscheibe springt, besitzt der Querschnitt der Scheibenlauffläche eine leichte konvexe Wölbung. Die Wölbhöhe bewegt sich je nach Scheibenbreite meist zwischen 0,3 mm und 1,2 mm. Auf diese Weise wird eine Selbstzentrierung des Riemens erreicht und ein Ablaufen verhindert.

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Abbildung: Querschnitt einer Riemenscheibe für Flachriemen

Neben der Übertragung von großen Leistungen weist der Flachriemen als weiteres Merkmal einen relativ geräuscharmen Lauf auf. Dies hat auch positive Auswirkungen auf die Lebensdauer sowie den Wirkungsgrad (ca. 98 %) und damit auf die Wartung des Riemens. Bedingt durch die relativ geringe Riemendicke kann der Riemen sehr stark gekrümmt werden und erlaubt somit den Einsatz bei relativ kleinen Scheiben. Nachteilig ist bei Flachriemen jedoch die relativ hohe Lagerbelastung, bedingt durch die großen Vorspannkräfte.

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