Einleitung

Die Stärke der Beanspruchung nimmt im Zug-, Druck- und Biegeversuch langsam aber stetig zu, bis es schließlich zum Gewaltbruch kommt. Vor allem bei statisch belasteten Bauteilen liefern die hieraus ermittelten Festigkeitskenngrößen brauchbare Werte für die Werkstoffauswahl und Bauteildimensionierung. In den meisten Fällen unterliegen Bauteile jedoch dynamischen Belastungen, bei denen sich nicht nur die Beanspruchungsstärke stetig ändert sondern auch die Beanspruchungsrichtung permanent wechselt. Antriebswellen, Zahnräder, Kettenglieder, Federn, Pleuelstangen und Zylinderkopfschrauben sind nur einige Beispiele hierfür.

Die Praxis zeigt, dass Bauteile die einer ständig wechselnden Beanspruchung unterliegen auf Dauer nur geringere Spannungswerte ertragen als bei statischer Beanspruchung. Selbst wenn die Spannung dabei stets unterhalb der Streckgrenze des Werkstoffes bleibt, kann es mit der Zeit dennoch zum sogenannten Ermüdungsbruch kommen (auch als Dauerbruch oder Schwingbruch bezeichnet). Um auch dieses Verhalten von Werkstoffen und ganzen Bauteilen bei dynamisch wechselnder Beanspruchung ("Schwingung") zu prüfen, nutzt man deshalb den Dauerschwingversuch nach Wöhler.