Plastische Verformung

Im Gegensatz zu der im Abschnitt zuvor erläuterten elastischen Verformung ist bei einer plastischen Verformung die aufgebrachte Kraft hingegen relativ groß. Dies führt in der sogenannten Gleitebene zum Abgleiten einzelner Atomebenen [fahre hierzu mit der Maus über die Abbildung]. Die so entstandenen Verschiebungen bleiben nach Wegnahme der Kraft erhalten. Die einzelnen Atome gehen nicht mehr in ihre ursprüngliche Position zurück sondern haben sich um eine oder mehrere Atomabstände weitergeschoben. Das Werkstück bleibt nach Wegnahme der Kraft dauerhaft verformt. Eine plastische Verformung ist demnach eine bleibende Verformung.

Bei einigen Fertigungsprozessen, wie bspw. beim Schmieden, Biegen oder Tiefziehen ist eine solche plastische Verformung erwünscht, mithilfe deren die entsprechenden Bauteile dauerhaft ihre gewünschte Form erhalten.

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Abbildung: Plastische Verformung

Video: Plastische Verformung

Beachte, dass bei jeder plastischen Verformung der Werkstoff auch immer bis zu einem gewissen Grad elastisch verformt wird (siehe Video: Plastische Verformung). Somit federt der Werkstoff bei einer plastischen Verformung nach Wegnahme der Kraft wieder etwas zurück - Rückfederung genannt. Eine solche Rückfederung muss zum Beispiel beim Biegen berücksichtigt werden. Dies macht es notwendig das Bauteil entsprechend über den gewünschten Biegewinkel hinaus zu biegen, um die Rückfederung zu kompensieren.