Kubisch-raumzentriertes Gitter

Das kubisch-raumzentrierte Gitter (krz) besitzt hauptsächlich 6 Gleitebenen, auf denen die Gitterblöcke bevorzugt abgleiten. Dies entspricht den Ebenen die jeweils neben zwei Atomen auf einer Würfelkante auch das raumzentrierte Atom sowie die diagonal gegenüberliegenden Atome einschließen. Für jede Gleitebene ergeben sich dabei 2 mögliche Gleitrichtungen. Diese entsprichen den Flächendiagonalen der aufgespannten Ebene (gelb markiert). Andere Abgleitrichtungen kommen aufgrund den hierfür benötigen hohen Kräften nicht in Frage. Das krz-Gitter besitzt somit hauptsächlich 12 Gleitmöglichkeiten (=6 Gleitebenen x 2 Gleitrichtungen), wie die Atomblöcke aufeinander abscheren können.

  • Die Kombination aus Gleitebene und Gleitrichtung wird auch Gleitsystem genannt.
  • Die Gleitsystemanzahl bezeichnet die Anzahl an Gleitmöglichkeiten und ist somit ein Maß für die Verformbarkeit der Gitterstruktur.

Gleitebenen, Gleitsysteme, kubisch-raumzentriertes Gitter, krz, Verformbarkeit

Abbildung: Gleitebenen im krz-Gitter

Unter größerem Kraftaufwand können im krz-Gitter neben den Raumdiagonalebenen auch weitere Atomebenen als Gleitebenen dienen. Da diese Gleitebenen aufgrund der größeren elektrostatischen Kräfte allerdings nur bei entsprechend höheren Kräften aktiviert werden, bestimmen diese für geringe Kräfte nicht maßgebend die Verformbarkeit. Es bleibt also bei den insgesamt 12 hauptsächlich betätigten Gleitebenen im krz-Gitter. Werden alle Gleitmöglichkeiten berücksichtigt, so würde man auf insgesamt 48 Gleitsysteme kommen.