Einfluss der Legierungselemente auf die Wahl des Abschreckmittels

Wie bereits erläutert behindern zusätzlich anwesende Legierungselemente die Kohlenstoffdiffusion und verhindern somit die Perlitbildung bzw. fördern entsprechend die Martensitbildung. Somit wird auch eine geringere kritische Abkühlgeschwindigkeit während des Abschreckens benötig. Grundsätzlich ist die Kühlwirkung nur so hoch wie gerade nötig zu wählen, um eine Martensitbildung zu erzielen; jedoch gleichzeitig so gering wie möglich zu halten, um die Gefahr des Härteverzugs bzw. der Rissbildung zu minimieren.

Insofern müssen hochlegierte Stähle nicht so stark abgeschreckt werden im Vergleich zu niedrig oder unlegierten Stähle. Die Kühlwirkung kann dabei durch die Wahl des Abschreckmittels beeinflusst werden. Während unlegierte Stähle in der Regel in Wasser abgeschreckt werden müssen, genügt bei niedrig legierten Stählen ein milderes Abschreckmittel wie bspw. Öl. Bei hochlegierten Stählen kann hingegen bereits ein Abschrecken an Luft für die Martensitbildung ausreichen! Dementsprechend werden die Stähle auch als Wasserhärter, Ölhärter bzw. Lufthärter bezeichnet.

Während also der Kohlenstoffgehalt über die spätere Härte bzw. Festigkeit des Stahles entscheidet, setzen die anwesenden Legierungselemente in erster Linie die kritische Abkühlgeschwindigkeit herab.