Strangguss

Der überwiegende Anteil (über 90 %) der produzierten Stähle erstarrt nicht als Blockguss sondern wird im Stranggussverfahren hergestellt. Beim Strangguss wird der flüssige Stahl in Kupferkokillen gegossen, welche nach unten offen und wassergekühlt sind. Durch diese Öffnung tritt der Stahl in erstarrter Form aus und wird kontinuierlich über Führungs- und Triebwalzen als Endlosstrang abgezogen. Auf dem Weg von der senkrechten in die über 15 Meter tiefer gelegene horizontale Lage kühlt der Stahlstrang auch im Inneren ab. Er wird hierzu kontinuierlich mit Wasser besprüht und besitzt aufgrund der raschen Abkühlung ein relativ zähes und festes Gefüge.

Strangguss-Verfahren, Bramme, Gießpfanne, Verteiler-Becken, Kühlwasser, Kokille, Rollen, Schneidbrenner

Abbildung: Strangguss

Für den Strangguss eignen sich ausschließlich beruhigte Stahlschmelzen, da die Gasporen sonst ein Brechen des Stahlstrangs verursachen könnten. Durch das stetige Nachfließen der Schmelze in der Kokille tritt dabei keine Lunkerbildung auf wie dies für beruhigte Stähle im Blockgussverfahren der Fall ist. Abgesehen von der im Allgemeinen etwas schlechteren Oberflächengüte hat der Strangguss gegenüber dem Blockguss jede Menge wirtschaftliche Vorteile. Deshalb werden heutzutage auch über 90 % der Halbzeuge im Stranggussverfahren hergestellt.

Bei der Herstellung von Brammen nach dem Stranggussverfahren wird der abgezogene Strang einfach in regelmäßigen Abständen durch mitgeführte Schweißbrenner auf Länge geschnitten. Die hergestellten Brammen können einen rechteckigen Querschnitt von bis zu 2000 mm Breite und 400 mm Höhe aufweisen, wobei die Länge der Brammen je nach Wunsch der Walzwerke prinzipiell beliebig gewählt werden kann. Je nach Form der Kokille können auch andere Querschnitte hergestellt werden. Bei quadratischen oder kreisförmigen Querschnitten spricht man hingegen nicht mehr von Brammen sondern von sogenannten Knüppeln.

  • Brammen haben rechteckige Querschnitte und dienen hauptsächlich als Halbzeuge für die Blechherstellung
  • Knüppel haben quadratische oder kreisförmige Querschnitte und dienen als Halbzeuge für die Stab-, Rohr- Profil- und Drahtherstellung