Möllerung

Nachdem die gemahlenen Erze in Form von Sinter und Pellets aufbereitet wurden, werden diese in den Hüttenwerken in Bunkern gelagert und bei Bedarf zusammen mit Stückerz gemischt. Bevor dieses Gemenge dann zusammen mit Koks als Brennstoff dem Hochofen zugeführt wird, werden zusätzlich noch Zuschläge beigegeben. Das Mischen von aufbereitetem Eisenerz mit Zuschlägen wird auch als Möllerung bezeichnet; das Gemisch selbst wird Möller genannt. Das schichtweise Zuführen von Möller und Koks in den Hochofen wird dann als Beschickung bezeichnet.

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Abbildung: Möllerung

Auch wenn der Eisengehalt in den Erzen durch die Aufbereitung  stark erhöht werden konnte, so werden immer noch unerwünschte Begleitelemente beigemengt sein. Aus diesem Grund werden dem Möller Zuschläge wie Kalkstein (CaCO3) oder Kalkerde (CaO) zugegeben. Diese Zuschläge reagieren im Hochofen mit der Gangart und der Koksasche. Es bildet sich ein flüssiges Gemenge, welches die unerwünschten Begleitelemente bindet. Dieses Gemenge wird auch als Schlacke bezeichnet. Da die flüssige Schlacke eine geringere Dichte als das Eisen hat, schwimmt es auf dem Metallbad und kann dann relativ einfach abgetrennt werden. Zusätzlich verhindert die Schlacke als Passivschicht zur Umgebungsluft eine zu starke Oxidation des geschmolzenen Eisens.

Etwa 20 % der gesamten abgegossenen Masse aus dem Hochofen entfällt alleine auf die Schlacke! Die Schlacke ist allerdings keineswegs ein reines Abfallprodukt sondern dient beispielsweise in erstarrter und granulierter Form (dann als Hüttensand bezeichnet) in der Baubranche als Rohstoff für die Zementherstellung. Die Hochofenschlacke enthält große Mengen an Calziumoxid (CaO), Siliziumdioxid (SiO2), Aluminiumoxid (Al2O3, Tonerde) und Magnesiumoxid (MgO).

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Abbildung: Hüttensand (granulierte Hochofenschlacke)