Kokerei

Der hauptsächlich aus Kohlenstoff bestehende Koks liefert für den Hochofen nicht nur die nötige Wärmeenergie sondern dient in besonderer Weise als Reduktionsmittel, damit das Eisen aus den Erzen herausgelöst werden kann! Auf die chemischen Vorgänge selbst wird im Kapitel Hochofenprozess näher eingegangen. Um eine Tonne Roheisen zu erschmelzen sind in modernen Hochöfen rund 350 kg Koks nötig. Bei einer Tagesproduktion von 10.000 Tonnen kommt man so auf einen Kokseinsatz von 3.500 Tonnen täglich!

Hochofen-Koks, Kohle, Kokerei

Abbildung: Hochofenkoks

Aus diesem Grund wird der benötigte Koks (auch Hüttenkoks genannt) meist direkt im Hüttenwerk, in sogenannten Kokereien, erzeugt. Im Wesentlichen basiert die Kokserzeugung auf dem Erhitzen von Kohle unter Luftabschluss auf Temperaturen von über 1000 °C (Pyrolyse). Der Luftabschluss verhindert ein Verbrennen der Kohle; dies soll ja erst im Hochofen passieren. Durch die hohen Temperaturen werden dann die unerwünschten Verbindungen in der Kohle wie bspw. Schwefel vergast und anschließend entfernt. Diese Verkokung der Kohle dauert bis zu 20 Stunden, wobei die Kohle dabei rund ein Viertel ihrer ursprünglichen Masse verliert. Der Kohlenstoffgehalt des so entstandenen Kokses beträgt ca. 90 %. Aus wirtschaftlichen Gründen kann dabei jedoch nicht der gesamte Schwefel aus der Kohle entfernt werden, sodass im späteren Koks rund 1 % Schwefel enthalten bleibt. Auf diese Weise gelangt im unerwünschten Maße Schwefel in Form von Eisensulfid (FeS) in das Roheisen. Es muss später für die Stahlerzeugung durch spezielle Nachbehandlungsverfahren entfernt werden.

Kokerei, Kohle, Hütten-Koks,Verkokung, Pyrolyse

Abbildung: Kokerei