Einlagerungsmischkristall

Sind die Atome B des Legierungselementes gegenüber den Atomen A des Basisstoffes relativ klein (Durchmesserverhältnis maximal 0,4), so existiert eine weitere Möglichkeit der Atomanordnung im Gitter. Aufgrund ihrer geringen Größe können die Legierungsatome B dann auch auf den Zwischengitterplätzen des Wirtsgitters eingelagert werden. Eine solche Mischung eines Kristalls aus eingelagerten Atomen auf Zwischengitterplätzen bezeichnet man auch als Einlagerungsmischkristall. Aufgrund ihrer dominanten Rolle bleiben die regulären Gitterplätze dabei ausschließlich den Basisatomen des Wirtsgitters vorbehalten.

Einlagerungs-Mischkristall-Legierung

Abbildung: Atomarer Aufbau eines Einlagerungsmischkristalls

Da in einem Einlagerungsmischkristall nur die Zwischengitterplätze zur Verfügen stehen, liegt die Löslichkeit der Legierungselementatome mit nur wenigen Prozent deutlich unterhalb der Löslichkeit eines Substitutionsmischkristalls. Wird über diese Löslichkeitsgrenze hinaus legiert, so wird sich das "Zuviel" an Legierungselementatomen B ausscheiden und einen eigenen Kristall im Gefüge bilden. Dieser Kristall kann dann wiederum teilweise Atome der Basiskomponente A enthalten. Man erhält für Einlagerungsmischkristalle deshalb im Allgemeinen ebenfalls nur eine Teillöslichkeit der Komponenten im festen Zustand.